Wohnheim

Durch die Wahl der Rechtsform "Wohnheim" konnten spezielle Förderungen der Stadt Wien in Anspruch genommen werden. In der Kombination von Stahlbeton, Leichtbauweise und durchbrechbaren Zwischenmauern bietet der Wohnungsverband auf ein bis drei Ebenen sehr flexibel ausgestaltbare Räume für verschiedene Lebensformen. Die Sargfabrik setzt auch architektonisch neue Maßstäbe unter ökologischen Geschichtspunkten. Große Glasfronten mit Südorientierung machen die z.T. 4,5 m hohen Wohnräume hell und transparent. Beheizt wird mit Fernwärme via Wandheizung. Eines der Dächer ist mit Solarkollektoren zur Wassererwärmung bestückt, das andere mit einem weitläufigen Dachgarten begrünt. Durch spezielle bauliche Maßnahmen wurde im gesamten Gebäudekomplex besonders auf die Bedürfnisse und die Integration behinderter Menschen geachtet.

Gegenwärtig leben in den insgesamt 112 Wohneinheiten etwa 160 Erwachsene sowie 50 Kinder und Jugendliche. Platz finden zurzeit u.a. eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Wien, 7 Heimplätze in Einzelwohneinheiten bzw. einer Wohngemeinschaft für Behinderte und 7 Wohneinheiten für kurzfristigen Wohnbedarf als befristete Mietverhältnisse, von denen 2 Wohneinheiten für junge Menschen, die als Flüchtlinge nach Österreich gekommen sind, bereit gestellt werden.

Organisationsform

Der VIL ist Grundeigentümer, Bauherr, Betreiber der Wohnanlage und Vermieter. Die Vereinsmitglieder sind die NutzerInnen der Wohnungen, ihre Rechte und Pflichten sind in einem internen Vertrag geregelt, ähnlich einer Genossenschaft. Die Mitglieder übernehmen einen Grund- und Eigenmittelanteil, die laufende Rückzahlung des Wohnbaudarlehens und die anteiligen Betriebskosten. Bei Auszug fällt die Wohnung an den Verein zurück.

Wichtige Entscheidungen – wie über Statuten, Geschäftsordnung, Leitbild, Jahresarbeitsprogramm, Budget, Wohnungsvergabe, Benützungsordnungen u.ä. – werden 2x jährlich in den Mitgliederversammlungen des Vereins getroffen. Die Mitgliederversammlung wählt auch den gesamten ehrenamtlichen Vereinsvorstand. Der Vorstand setzt eine professionelle Geschäftsführung für die operative Umsetzung des Jahresarbeitsprogramms und zur Leitung der einzelnen Geschäftsbereiche ein. Eine Bürostruktur sorgt für die notwendige Organisation und Kommunikation, beherbergt Hausverwaltung und Geschäftsführung. Derzeit beschäftigt der Verein rd. 20 Angestellte.

Gemeinschaftsleben & ehrenamtliche Mitarbeit

Durch alle Bereiche zieht sich das hohe Engagement der VIL-Mitglieder. Auch das gemeinschaftliche Leben ist von diesen wichtigen unbezahlten Initiativen und Arbeitsgruppen geprägt, egal ob es sich um den schon legendären "Ball der Sargfabrik" oder andere originäre Eigenproduktionen, um die Betreuung der Gartenanlage oder der Bibliothek handelt. Neben diversen Geburtstagsfeiern und klassischen Festen werden etwa mit dem "VIL-Cooking" wöchentliche Abendessen in der Gemeinschaftsküche organisiert.

für WohninteressentInnen

Die Mitglieder haben genossenschaftsähnliche unbefristete Bestandsverträge und übernehmen einen Grund- und Eigenmittelanteil, die laufende Rückzahlung des Wohnbaudarlehens sowie die anteiligen Betriebskosten. 

Das Darlehen an den Verein zur Finanzierung der Grund- und Eigenmittel wird bei Kündigung wertgesichert rückgezahlt. Bei Auszug fällt die Wohnung an den Verein zurück. 

Wohnungsgrößen

Die Größe der unterschiedlichen Wohneinheiten liegt zwischen 30m2 und 130m2.

WohninteressentInnen

Gerne nehmen wir die Daten (Name, Postanschrift, Telefonnummer, aber vor allem E-Mail-Adresse) von WohninteressentInnen in unserem Verteiler auf. Sie bekommen auf diese Weise auch unser Kulturprogramm zugeschickt. Im Fall einer frei werdenden Wohnung werden alle InteressentInnen angemailt.
E-Mail senden

Wir führen keine gereihte "Warteliste": Zum einen ist die Nachfrage nach Wohnmöglichkeit in der Sargfabrik und Miss Sargfabrik groß, ebenso wie offenbar die Zufriedenheit, denn die Fluktuation hält sich in Grenzen. Selten gelangen Wohnungen in den "öffentlichen Pool", sie werden bei veränderten Lebensumständen innerhalb der Vereinsmitglieder getauscht. Zum anderen haben die Erfahrungen der vergangenen Jahre gezeigt, dass sich die Bedürfnisse der vorgemerkten InteressentInnen in der Wartezeit ebenfalls wandeln. Nicht alle verfügbar werdenden Wohnungen erweisen sich als für alle gleichermaßen passend.

Sargfabrik von oben © Wolfgang Zeiner

Wohn- und Kulturprojekt

Im Westen Wiens auf dem Areal einer ehemaligen Sargfabrik ist 1996 die Vision von einer innovativen Wohnkultur Wirklichkeit geworden.

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Miss Sargfabrik © Hertha Hurnaus

BKK-3 / 2000

Das Projekt MISS SARGFABRIK ist die Erweiterung des bestehenden Wohnheims Goldschlagstraße / Matznergasse.

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