24 Fr Apr | 2009


Beginn: 20:00

Oana Catalina CHITU - Stimme Dejan JOVANOVIC - Akkordeon Anton SLAVIC - Violine Vladimir KARPAROV - Alt-Saxophon, Klarinette Alexej WAGNER - Akustische Gitarre Dimitris CHRISTIDES - Perkussion, Cajon Valeriu CASCAVAL - Cimbalon Alexander FRANZ - Kontrabass Es gab einmal eine Zeit, in der hatte Rumänien Anschluss an den europäischen Mainstream. Bukarest war eine Metropole, hier war einer der Stopps des legendären Orientexpress, in seinen Hotels, Cafés und Restaurants traf man sich, dort pulsierte das kulturelle Leben der Stadt, dort wuchsen zarte Hoffnungen auf die Integration der Minderheit der Juden und Roma. Von dieser Zeit zwischen den beiden Weltkriegen erzählt der Begleittext des Albums "Bucharest Tango" der aus Rumänien stammenden, seit den 90er Jahren aber in Berlin lebenden Oana Catalina Chitu. In ihrer Kindheit war es ihr Vater, der ihr viele der Tangos vorgesungen hatte, die sie nun gemeinsam mit einem kleinen Ensemble neu einspielte. Sie lässt damit eine Epoche aufleben, die durch den 2. Weltkrieg und die anschließenden politischen Verwerfungen ein jähes Ende fand. Viele bekannte Musiker hatten Rumänien nach Kriegsende verlassen, und die neuen sozialistischen Machthaber brandmarkten den Tango als dekadenten Zeitvertreib der Bourgeoise. Erst jetzt, mit einigem Abstand zur Geschichte, dem Ende des Ceaucescu-Regimes und dem Fall des Eisernen Vorhangs, scheint es möglich, an die alten Traditionen anzuknüpfen. Von Berlin aus sucht Oana Catalina Chitu die Rückkehr Rumäniens nach Europa. Mit warmem, elegantem Timbre interpretiert sie Tango, Foxtrott und Jazz-Songs. Zur Seite steht ihr dabei der aus Serbien stammende Akkordeonist Dejan Jovanovic, mit dem sie schon seit mehreren Jahren zusammenarbeitet. Ergänzt um Geige, Cymbalon, Gitarre, Kontrabass, Percussions, Saxophon und Klarinette lassen sie eine untergegangen geglaubte Zeit wiederauferstehen, und doch bauen sie darum kein Museum, auch überhöhen sie nicht, sondern lassen Spielfreude und Emotionen der Lieder für sich sprechen - und plötzlich wirkt das ferne Rumänien überhaupt nicht mehr so fern - auch ohne Haltestelle für den Orientexpress. In der Gegenwart wäre die Entsprechung sowieso ein Zielort für SkyEurope. (Michael Frost, cd-kritik.de) Reminiszenz ganz ohne falsche Nostalgie an das staubige Paris des Ostens! Mit freundlicher Unterstützung von: Rumänisches Kulturinstitut Im Rahmen von Balkan Fever 09 Foto: Die Hoffotografen Hörprobe (Hier gibt es den Adobe Flash Player als Gratisdownload)