24 Do Feb | 2011

Marcel Cranc / Giulia y los Tellarini (Spanien)

Dunkle Grüße aus Mallorca / Die Ramblas rauf und runter


Beginn: 20:00

Marcel Cranc ist einer der interessantesten Akteure der katalanischen Musikszene, so faszinierend allerdings wie er auch schwierig zu beschreiben ist. Sprechen wir von einem jungen Lluis Llach geboren in der Zeit von Radiohead oder einem mediterranem Dominique A? Handelt es sich um einen südländischen Ray Lamontagne mit den Melodien eines Leo Ferré? Keine Antwort ist richtig, denn hier wartet eine eigene, starke Künstlerpersönlichkeit auf ihren Durchbruch. Marcel Crancs Lieder sind sehr direkt und freiheraus, handeln von Liebe und Tod - und dies durchaus in ihren ganz physischen Ausprägungen. Eine Herausforderung, sich nicht vor den eigenen Albträumen zu fürchten und dennoch mit den eigenen unerfüllten Wünschen auseinanderzusetzen. Musik, der man vorzugsweise im Dunklen lauscht, weil sich bestimmte Dinge dort am besten imaginieren lassen... Marcel Crancs Wurzeln liegen im Pop, über lange Zeit hat er sich zudem intensiv mit klassischer Musik beschäftigt, wobei er darauf Wert legt, nie an einem Konservatorium studiert zu haben. "Both in contemporary classical music and in rock music there are structures and rules, harmonys that follow patterns: the secret lies in avoiding those rules, in being the one who can avoid them better" (Miquel Vicensastre über sein Bühnen Alter Ego Marcel Cranc).

Miquel VICENSASTRE - Klavier, Stimme, Jaume COMPTE - Gitarren, Jorge GARCÍA - Schlagzeug , Pablo DI SALVO - Bass

GIULIA Y LOS TELLARINI
Zu ihren FreundInnen auf MySpace zählen unter anderem die Puppini Sisters, The Bright Size Gypsies und Madeleine Peyroux. In dieser ansprechenden Bandbreite etwa bewegt sich denn auch die Musik von Gulia y los Tellarini. Um das vor Leidenschaft und Energie sprühende Ensemble aus Barcelona ranken sich nur so die Legenden von Fügung und Schicksal. Denn als die Sängerin Giulia Tellarini samt ihrem Akkordeon ein Aufnahmestudio in Barcelona betrat, waren Maik Alemany, Jens Neumaier und Alejandro Mazzoni sogleich vom Klang ihrer Stimme gefangen. Sie beschlossen in einem gemeinsamen Projekt, musikalische Landschaften aus aller Welt einzufangen. Ihr Album "Eusebio" ist ein überwältigender Mix aus mächtigen Latin-Chören, elegantem Jazz, Flamenco, Balkan Bläsern, Polka, Tango, Punk und Walzer mit einem warmen mediterranen Sprachengewirr aus Spanisch, Französisch und Italienisch - ein Parforceritt über Barcelonas Prachtallee Las Ramblas. Heimlich gab eine Freundin die CD schließlich im Hotel für Woody Allen ab, als dieser sich zu den Dreharbeiten für "Vicky Cristina Barcelona" in der Stadt aufhielt. Eine Anfrage seines Produktionsbüros via MySpace hielt die Band also zuerst für einen Scherz, bis sich herausstellte, dass sich der New Yorker Regisseur sofort in ihre Musik verliebt hatte. Zwei der Stücke verwendete er für den Soundtrack seines Films, "Barcelona" gar als Leitthema. Fortan regnete es begeisterte Kritiken und aus der Indie Band wurde eine international gefragte Gruppe, die auf großen Konzerten, Festivals oder im Fernsehen herumgereicht wird. Das inzwischen erweiterte Ensemble vereint sowohl rhythmisch als auch atmosphärisch unterschiedlichste Stile: "Vorne singt Giulia mit dem betörenden Charme einer Carla Bruni, von hinten scheppert der derbe Blechsound eines Tom Waits-Albums, während eine gut gelaunte Mariachikapelle durchs Bild läuft. Manchmal aber geht es ganz leise zu, Giulia flüstert verträumt, begleitet von einer Mandoline, einer einsamen Trompete und den zum raunenden Chor formierten Tellarini." Nunmehr erstmalig im deutschsprachigen Raum zu erleben, zum Verlieben - nicht nur für Woody Allen!

Giulia TELLARINI
 - Stimme, Akkordeon, Alejandro MAZZONI - Kontrabass, Perkussion, Jens NEUMAIER - Gitarre, Charango, Maik ALEMANY - Gitarre, Charango, Mandoline, Olga ABALOS - Saxophon, Flöte, Xavier TORT - Trompete, Camilo ZORRILLA - Perkussion, Olga ABALOS - Saxophon 

Mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Spanien
Der Reinerlös dieser Veranstaltung geht an die St. Anna Kinderkrebsforschung